{"id":1054,"date":"2017-03-15T21:23:32","date_gmt":"2017-03-15T20:23:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.epischel.de\/wordpress\/?p=1054"},"modified":"2017-03-26T21:06:25","modified_gmt":"2017-03-26T19:06:25","slug":"rezension-tod-und-teufel-von-frank-schaetzing","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.epischel.de\/wordpress\/2017\/03\/rezension-tod-und-teufel-von-frank-schaetzing\/","title":{"rendered":"Rezension: &#8222;Tod und Teufel&#8220; von Frank Sch\u00e4tzing"},"content":{"rendered":"<p>Frank Sch\u00e4tzings Romandeb\u00fct <em>Tod und Teufel<\/em> spielt im Jahr 1260 in K\u00f6ln. Dieser Krimi ist spannend geschrieben, hat aber einige Schw\u00e4chen.<\/p>\n<p>Der Roman ist in einen realen historischen Kontext eingebettet: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Konrad_von_Hochstaden\">Konrad von Hohenstaden<\/a>, Erzbischof von K\u00f6ln, stand in Konflikt mit den Patriziern der Stadt. Der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Meister_Gerhard\">Dombaumeister<\/a> ist tats\u00e4chlich in den Tod gest\u00fcrzt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1085\" aria-describedby=\"caption-attachment-1085\" style=\"width: 189px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.epischel.de\/wordpress\/wp-content\/Schaetzing_FTod_und_Teufel_52583.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1085\" src=\"https:\/\/www.epischel.de\/wordpress\/wp-content\/Schaetzing_FTod_und_Teufel_52583-189x300.jpg\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.epischel.de\/wordpress\/wp-content\/Schaetzing_FTod_und_Teufel_52583-189x300.jpg 189w, https:\/\/www.epischel.de\/wordpress\/wp-content\/Schaetzing_FTod_und_Teufel_52583-768x1222.jpg 768w, https:\/\/www.epischel.de\/wordpress\/wp-content\/Schaetzing_FTod_und_Teufel_52583-643x1024.jpg 643w, https:\/\/www.epischel.de\/wordpress\/wp-content\/Schaetzing_FTod_und_Teufel_52583-668x1063.jpg 668w, https:\/\/www.epischel.de\/wordpress\/wp-content\/Schaetzing_FTod_und_Teufel_52583.jpg 1358w\" sizes=\"auto, (max-width: 189px) 100vw, 189px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1085\" class=\"wp-caption-text\">&#8222;Tod und Teufel&#8220; von Frank Schaetzing, Goldmann Verlag 1995<\/figcaption><\/figure>\n<p>Protagonist ist Jacop, ein Bauernsohn, Vagabund und Dieb, der diesen Sturz als Einziger beobachtet, aber auch gesehen hat, dass der Dombaumeister gesto\u00dfen wurde. Der T\u00e4ter (namens Urquart) bemerkt dies und verfolgt ihn, denn der Tod soll wie ein Unfall aussehen und Zeugen f\u00fcr einen Mord sind unerw\u00fcnscht. Dar\u00fcber hinaus wird von den Auftraggebern Urquarts erz\u00e4hlt, welche gr\u00f6\u00dftenteils K\u00f6lner Patrizier sind.<\/p>\n<p>Hilfe findet Jacop bei der F\u00e4rberstocher Richmodis und ihrem Onkel, dem Geistlichen Jasper von Rodenkirchen &#8211; und dieser findet, dass die Wahrheit ans Licht muss. Es handelt sich um eine David-gegen-Goliath Geschichte, denn Urquart ist sehr gef\u00e4hrlich und seine Auftraggeber sehr m\u00e4chtig. Es ist dann doch etwas unglaubw\u00fcrdig, dass in einer mittelalterlichen Stadt Leute aus der Handwerkerschicht und ein Geistlicher einem Dieb helfen. Zwischendurch doziert Jaspar \u00fcber die j\u00fcngere Geschichte und die Philosophie des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Petrus_Abaelardus\">Petrus Abaelardus<\/a>. Auch hier bezweifle ich, dass ein &#8222;echter&#8220; Jacop ohne jede Bildung dies auch nur ann\u00e4hernd verstanden h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Sch\u00e4tzing hat die Geschichte spannend erz\u00e4hlt bis auf einige L\u00e4ngen mit den geschichtlichen und philosophischen Einsch\u00fcben, was mich pers\u00f6nlich aber nicht so gest\u00f6rt hat, da ich auch gerne mal eine Pause von der Spannung habe.<\/p>\n<p>Ein Motiv im Roman: der Mensch ist selbst f\u00fcr sich verantwortlich. Er \/ Sie hat die <i>Freiheit<\/i>, seine Einstellung und (in einem gewissen Rahmen) sein Handeln zu w\u00e4hlen. Hier verweist Sch\u00e4tzung (durch Jaspar) auf Abaelardus (der lt. Wikipedia im 12. Jahrhundert Kant vorweg nahm).<\/p>\n<blockquote><p>Abaelardus vertrat die Auffassung, dass der Mensch entscheiden kann zwischen S\u00fcnde und Nichts\u00fcnde. Er hat die Wahl. &#8230; Er kann sich zu seinen Handlungen bekennen die Verantwortung daf\u00fcr \u00fcbernehmen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Sowohl Jacop als auch Urquart haben eine traumatische Erfahrung gemacht.\u00a0Urquart wurde zu einem Auftragskiller und einer gnadenlosen T\u00f6tungsmaschine, Jacop ist vor sich selbst davon gelaufen. Aber Jasper macht Jacop klar, dass er sich seiner Vergangenheit stellen und Verantwortung \u00fcbernehmen kann. Und auch unter den Auftraggebern Urquarts gibt es welche, die \u00fcber ihre Taten nachdenken und ihre Einstellung \u00e4ndern.<\/p>\n<div class=\"syndication-links\"><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frank Sch\u00e4tzings Romandeb\u00fct Tod und Teufel spielt im Jahr 1260 in K\u00f6ln. Dieser Krimi ist spannend geschrieben, hat aber einige Schw\u00e4chen. Der Roman ist in einen realen historischen Kontext eingebettet: Konrad von Hohenstaden, Erzbischof von K\u00f6ln, stand in Konflikt mit den Patriziern der Stadt. Der Dombaumeister ist tats\u00e4chlich in den Tod gest\u00fcrzt. 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