{"id":31,"date":"2005-10-07T19:05:19","date_gmt":"2005-10-07T18:05:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.epischel.de\/wordpress\/?p=31"},"modified":"2009-10-21T21:29:07","modified_gmt":"2009-10-21T20:29:07","slug":"selbstdisziplin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.epischel.de\/wordpress\/2005\/10\/selbstdisziplin\/","title":{"rendered":"Selbstdisziplin"},"content":{"rendered":"<p>Steve Pavlina hat eine <a href=\"http:\/\/www.stevepavlina.com\/blog\/2005\/06\/self-discipline\/\">Artikelserie \u00fcber Selbstdisziplin<\/a> geschrieben. F\u00fcr ihn ist Selbstdisziplin die F\u00e4higkeit, etwas zu tun (das man sich vorgenommen hat), unabh\u00e4ngig davon, wie man sich f\u00fchlt. Dies stimmt auch in etwa mit dem \u00fcberein, was die deutsche Wikipedia dazu sagt.<br \/>\nIn diesem Post gebe ich Pavlinas Grundgedanken wider und vergleiche mit dem, was ich im deutschsprachigen Web zum Thema Selbstdisziplin finde.<\/p>\n<p>Selbstdisziplin erm\u00f6glicht also das Erreichen eines Ziels unabh\u00e4ngig von der momentanen emotionalen Verfassung und ich betrachte es daher als erstrebenswert.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend im <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Selbstdisziplin\">Wikipedia-Artikel<\/a> und unter dem Stichwort Selbstdisziplin auf der Pers\u00f6nlichkeitsentwicklungsseite <a href=\"http:\/\/www.zeitzuleben.de\">zeitzuleben<\/a> im Wesentlichen nur auf Motivation verwiesen wird, gibt es f\u00fcr Pavlina viel mehr dazu zu sagen. F\u00fcr ihn gibt es f\u00fcnf S\u00e4ulen der Selbstdisziplin :<\/p>\n<ul>\n<li>Akzeptanz<\/li>\n<li>Willenskraft<\/li>\n<li>Schwerstarbeit<\/li>\n<li>Flei\u00df<\/li>\n<li>Ausdauer<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Akzeptanz<\/em> bezieht sich auf das Setzen des Ziels, f\u00fcr dessen Erreichen Selbstdisziplin eingesetzt werden soll. Man m\u00fcsse die Realit\u00e4t, d.h. die Grenzen der eigenen M\u00f6glichkeiten akzeptieren. Wenn ich v\u00f6llig untrainiert bin, wird es mir auch mit der besten Selbstdisziplin der Welt gelingen, schon morgen einen Marathon in Weltbestzeit zu laufen. Realistisch w\u00e4re eher die Vollendung eines Marathons nach einem einj\u00e4hrigem Training.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Entwicklung von Selbstdisziplin solle man &#8211; analog zum Sportraining &#8211; sein Ziel nahe an die Grenze des Machbaren setzen &#8211; so k\u00f6nne man Erfolg erleben, gleichzeitig Leistung fordern und &#8211; wie im Gewichtstraining &#8211; seine Selbstdisziplin st\u00e4rken.<\/p>\n<p><!--adsense--><\/p>\n<p><em>Willenskraft<\/em> ist f\u00fcr mich der eigentliche Kern der Selbstdisziplin &#8211; sie ist es, die uns den &#8222;inneren Schweinehund&#8220; besiegen und an dem gesetzen Ziel arbeiten l\u00e4\u00dft. Pavlina meint allerdings, dass Willenskraft nicht \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum aufrecht erhalten werden kann. Daher r\u00e4t er dazu, ein Problem nicht direkt mit der Willenskraft  anzugehen, sondern die Umwelt mit Hilfe der Energie aus der Willenskraft so zu ver\u00e4ndern, dass Umsetzung der Probleml\u00f6sung soweit vereinfacht wird, dass sie auch ohne permanente Willenskraft umsetzbar ist. Als Beispiel nennt Pavlina eine Di\u00e4t: statt st\u00e4ndig mittels Willenskraft ungesundem Essen zu widerstehen, solle man die Willenskraft dazu benutzen, das Umfeld zu ver\u00e4ndern: gen\u00fcgend gesunde Lebensmittel einkaufen, Essen vorkochen (um es bei Appetit schnell zuzubereiten zu k\u00f6nnen und nicht Fast Food zu verfallen), sich bei Weight Watchers anzumelden und die Di\u00e4t-Unterlagen abzuholen etc. Diese Vorbereitung soll es dann im Alltag erleichtern, sich gesund zu ern\u00e4hren.<\/p>\n<p>Ich finde diese Beobachtung bemerkenswert. Ob man allerdings immer herausfindet, wie man das Umfeld in seinem Sinne ver\u00e4ndern kann, sei dahingestellt.<\/p>\n<p>Pavlina schl\u00e4gt einen 3-Punkte-Plan zur Einsetzung der Willenskraft vor:<\/p>\n<ol>\n<li>Ziel bestimmen<\/li>\n<li>Angriffsplan ausarbeiten<\/li>\n<li>Zuschlagen<\/li>\n<\/ol>\n<p>W\u00e4hrend die Punkte 1 und 2 ruhig etwas l\u00e4ngern dauern k\u00f6nnen, muss Punkt 3, der die eigentliche Willenskraft ben\u00f6tigt,<br \/>\nz\u00fcgig erfolgen, sonst ist die Willenskraft ersch\u00f6pft, bevor der Angriffsplan &#8222;abgearbeitet&#8220; ist.<\/p>\n<p><em>Schwerstarbeit<\/em>. Pavlina definiert Schwerstarbeit (hard work) als etwas, das Dich herausfordert. Hier bezieht er sich darauf, dass der schwere Weg dem leichten vorzuziehen ist, denn da der leichte Weg bereits von vielen beschritten wurde bzw. wird, ist auf dem schweren eher ein Blumentopf zu gewinnen. Das gilt nicht nur f\u00fcr die Arbeit \/ das Kommerzielle: Pavlina bemerkt, dass<br \/>\neine gl\u00fcckliche Beziehung haben Schwerstarbeit ist, ebenso Kinder gro\u00dfziehen, Ziele setzen, Pl\u00e4ne machen und verfolgen, gesund leben etc. All das ist Schwerstarbeit. Sie zahle sich aus: je tiefer man graben kann, desto mehr kann man &#8211; potentiell &#8211; finden, meint Pavlina.<\/p>\n<p><em>Flei\u00df<\/em> bezieht Pavlina auf die t\u00e4gliche Arbeit oder allgemeiner der sich wiederholenden Arbeit vom Abwaschen bis zur Steuererkl\u00e4rung. Diese Arbeiten konzentriert und z\u00fcgig durchzuf\u00fchren bringe mehr Zeit f\u00fcr die wesentlichen Dinge des Lebens.<\/p>\n<p><em>Ausdauer<\/em> meint Durchhalten, solange dies sinnvoll ist &#8211; auch wenn die Motivation schwankt. Ausdauer erbringe Resultate und Resultate Motivation, was wiederum die Ausdauer f\u00f6rdere. Eine positive Feedbackschleife also. Wann ist es aber sinnvoll, aufzuh\u00f6ren statt durchzuhalten? Wenn das Ziel nicht mehr &#8222;stimmt&#8220;, f\u00fcr das man Selbstdisziplin und Ausdauer einsetzt. Wenn man sich neue Ziele setzt, mu\u00df man oft wohl oder \u00fcbel alte Ziele aufgeben, weil sie nicht mehr aktuell sind und nicht mehr zur Lebensvision passen.<\/p>\n<p>Zusammenfassend meine ich, dass Willenskraft und Ausdauer Selbstdisziplin im engeren Sinne umschreiben. Nimmt man das &#8222;Ziele setzen&#8220; ebenfalls zur Selbstdisziplin (wie etwa im Buch &#8222;<a href=\"http:\/\/www.zeitzuleben.de\/buch\/be\/selbstdisziplin.html\">Selbstdisziplin<\/a>&#8220; von Marc Stollreiter und Johannes V\u00f6lgyfy), dann geh\u00f6rt auch Akzeptanz dazu &#8211; obwohl ich das eher unter dem allgemeinen Begriff &#8222;Selbstmanagement&#8220; fassen w\u00fcrde. Schwerstarbeit und Flei\u00df sind f\u00fcr mich Anwendungsgebiete von Selbstdisziplin.<\/p>\n<p>Bei <a href=\"http:\/\/www.blueprints.de\">blueprints.de<\/a> gibt es einen <a href=\"http:\/\/www.blueprints.de\/content\/view\/129\/40\/\">Artikel \u00fcber Selbstdisziplin<\/a> mit durchaus n\u00fctzlichen kleinen Tipps: Ziele setzen und konsequent verfolgen, Fakten schaffen (&#8222;ins kalte Wasser springen &#8211; da muss man schwimmen&#8220;), Planen und Belohnen.<\/p>\n<p>Das war&#8217;s dann auch schon im deutschsprachigen Web zum Thema Selbstdisziplin. Ansonsten finde ich nur &#8222;man braucht f\u00fcr XYZ Selbstdisziplin&#8220;, &#8222;mir mangelt es an Selbstdisziplin&#8220; etc.<\/p>\n<p>Und B\u00fccher? Hm. Mal schauen: &#8222;Simplify your life&#8220; von W. K\u00fcstenmacher hat keinen Eintrag &#8222;Selbstdisziplin&#8220; im Index. Das Bumerang Prinzip&#8220; vom Zeitmanamgenent-Papst Seifert hat auch keinen Eintrag &#8211; schreibt daf\u00fcr \u00fcber Faulheit. Aha, vor lauter Selbstdisziplin also nicht vergessen, die Seele auch mal baumeln zu lassen! \ud83d\ude42<\/p>\n<div class=\"syndication-links\"><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Steve Pavlina hat eine Artikelserie \u00fcber Selbstdisziplin geschrieben. F\u00fcr ihn ist Selbstdisziplin die F\u00e4higkeit, etwas zu tun (das man sich vorgenommen hat), unabh\u00e4ngig davon, wie man sich f\u00fchlt. Dies stimmt auch in etwa mit dem \u00fcberein, was die deutsche Wikipedia dazu sagt. 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