{"id":442,"date":"2013-03-26T23:28:06","date_gmt":"2013-03-26T22:28:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.epischel.de\/wordpress\/?p=442"},"modified":"2017-04-10T21:08:42","modified_gmt":"2017-04-10T19:08:42","slug":"grosvaters-kriegsgefangenschaft-in-russland-im-ersten-weltkrieg-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.epischel.de\/wordpress\/2013\/03\/grosvaters-kriegsgefangenschaft-in-russland-im-ersten-weltkrieg-teil-2\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfvaters Kriegsgefangenschaft in Russland im ersten Weltkrieg Teil 2"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.epischel.de\/wordpress\/2012\/12\/grossvaters-kriegsgefangenschaft-in-russland-im-1-weltkrieg-2\/\">Wie ich berichtet habe<\/a>, fand ich letztes Jahr den Eintrag meines Gro\u00dfvaters in der Verlustliste der k-und-k Armee (1. Weltkrieg).\u00a0 In einem Update berichtete ich au\u00dferdem, dass ich einen Datenbankeintrag auf der Internetseite des Zentralen Milit\u00e4rarchivs [in tsch. &#8222;Vojensk\u00fd \u00fast\u0159edn\u00ed archiv&#8220;] fand.<\/p>\n<p>Dort habe ich nach N\u00e4herem gefragt. Hier berichte ich von den Ergebnissen der Nachfrage.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst zu der Datenbank, die auch im Internet <a href=\"http:\/\/vuapraha.cz\/fallensoldierdatabase\">einsehbar<\/a> ist. Es handelt sich hierbei um die &#8222;Legion\u00e4rsdatenbank&#8220;, wobei es sich hier um die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tschechoslowakische_Legion\">Tschechischslowakische Legion<\/a> handelt, die im und nach dem 1. Weltkrieg in Russland und Frankreich aktiv war. Der Mitarbeiter des Archiv schrieb mir, dass mein Opa Mitglied der Legion war, jedoch nicht als Soldat sondern als Arbeiter. Dazu packte er noch einige Unterlagen meines Gro\u00dfvaters. Es ergibt sich folgendes Bild.<\/p>\n<p>Da die Truppen der tschechoslowakischen Legion nicht \u00fcber Westen auf tschechischen Boden zur\u00fcckkehren konnte, zogen sie nach Osten, um \u00fcber Wladiwostok nach Europa einzuschiffen. So kamen sie in die Region Wladiwostok. Mein Gro\u00dfvater war dort im Lager <em>Krasnaja Rjetschka.<\/em> Er erfuhr, dass seine Heimat Bilin nun zur Tschechoslowakischen Republik geh\u00f6rte. Er erkl\u00e4rte im 23. Februar 1920, dass er dieser als Staatsb\u00fcrger mit allen Rechten und Pflichten angeh\u00f6ren wolle.<\/p>\n<p>Dies wurde ihm quasi vor Ort gew\u00e4hrt. Aus dem Dokument erf\u00e4hrt man auch das Datum der Gefangennahme: 4.3.1915. Da er nun tschechoslowakischer B\u00fcrger war, kam er anscheinend nicht umhin (oder tat es aus freien St\u00fccken), dem Arbeitsverband Legion beizutreten. Das w\u00e4hrte jedoch\u00a0nicht lange, denn am 23. Juni 1920 bat er um seine Entlassung, da er beabsichtigte, mit Hilfe des Deutschen Reiches nach Deutschland zur\u00fcckzukehren.<\/p>\n<p>Das tat er dann auch. Handschriftlich ist vermerkt, dass es sich um das Schiff Hudson Maru handelt, einem ehemaligen japanischem Frachter. Die Hudson Maru fuhr vom 29.6.1920 bis 6.9.1920 ehemalige Kriegsgefangene von Wladiwostok nach Hamburg. Laut Wiener Zeitung waren <a href=\"http:\/\/wirgratulieren.at\/index.php?kid=18&amp;a_s=47&amp;h_a_sort=2&amp;h_a_sort_d=-1&amp;historische_id_zeitung=1&amp;historische_erscheinung_datum=1911&amp;historische_online_datum=0\">434 \u00d6sterreicher an Bord<\/a>. Es gibt sogar <a href=\"http:\/\/www.europeana1914-1918.eu\/fr\/contributions\/2631\">ein Bild<\/a>\u00a0von der \u00dcberfahrt, angeblich vom 22.7.1920. (Wer weiss, vielleicht steht mein Opa dort an der Reeling&#8230;)<\/p>\n<figure style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.europeana1914-1918.eu\/fr\/contributions\/2631\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" \" src=\"http:\/\/www.europeana1914-1918.eu\/attachments\/33414\/2631.33414.original.JPG?1329310521\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"360\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-caption-text\">Die Hudson-Maru bringt dt.-\u00f6sterreichische Kriegsgefangene von Wladiwostok nach Hamburg (Provinzialbibliothek Amberg, Europeana)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Es gibt sogar ein <a href=\"http:\/\/www.europeana1914-1918.eu\/fr\/contributions\/2640#prettyPhoto\">Tagebuch von jemanden<\/a>, der auf der \u00dcberfahrt dabei war. Leider ist es in einer Kurzschrift verfasst, die ich nicht interpretieren kann. Aber immerhin hat derjenige die geografischen Koordinaten festgehalten, so k\u00f6nnte ich bei Gelegenheit mal die Route<br \/>\nnachvollziehen (s.o. ab Bild 42).<\/p>\n<p>Es ist sehr sch\u00f6n, diese Dokumente \u00fcber meinen Gro\u00dfvater zu erhalten. Auch mein Vater hat sich sehr gefreut. Man muss sich nur vorstellen, dass mein Opa f\u00fcnf Jahre seines jungen Lebens in Kriegsgefangenschaft in Sibirien verbracht hat.<\/p>\n<p>(Quellen: obiges Bild siehe Link,<a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/deed.de\"> CC-by SA 3.0<\/a>)<\/p>\n<div class=\"syndication-links\"><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie ich berichtet habe, fand ich letztes Jahr den Eintrag meines Gro\u00dfvaters in der Verlustliste der k-und-k Armee (1. 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