{"id":737,"date":"2015-08-17T22:49:18","date_gmt":"2015-08-17T20:49:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.epischel.de\/wordpress\/?p=737"},"modified":"2016-09-08T22:22:38","modified_gmt":"2016-09-08T20:22:38","slug":"interview-mit-familientherapeut-jesper-juul","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.epischel.de\/wordpress\/2015\/08\/interview-mit-familientherapeut-jesper-juul\/","title":{"rendered":"Interview mit Familientherapeut Jesper Juul"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Eltern, die viel zu h\u00f6flich sind. Kinder, die s\u00fcchtig nach Lob werden. Und Familien, die das Gl\u00fcck erzwingen wollen. Der d\u00e4nische Therapeut Jesper Juul kennt sie alle<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle (auch aller weiteren Zitate): <em><a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2010\/09\/Jesper-Juul\">Familientherapeut Jesper Juul: &#8222;Ich k\u00e4mpfe t\u00e4glich mit deutschen M\u00fcttern&#8220; | ZEIT ONLINE<\/a><\/em><\/p>\n<p>Ein interessantes Interview mit <span class=\"vcard\"><a class=\"url fn\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jesper_Juul\">Jesper Juul<\/a><\/span>. Er erkl\u00e4rt, dass Disziplin heute nicht mehr so gro\u00dfen Wert habe wie in der Nachkriegszeit.<\/p>\n<p>Kinderkrippen sieht er kritisch, denn<\/p>\n<blockquote><p>D\u00e4nische Forschungen haben ergeben, dass es [das Kind in die Krippe geben] bis zum Alter von zwei Jahren tats\u00e4chlich bei 15 bis 20 Prozent der Kinder sch\u00e4dlich f\u00fcr das Gehirn ist \u2013 der Stress der Trennungsangst greift es an. Ich w\u00fcrde das, wenn ich Vater eines kleinen Kindes w\u00e4re, nicht riskieren, es sei denn, ich w\u00fcsste sicher, dass mein Kind keine Probleme mit Beziehungen zu Erwachsenen und anderen Kindern hat, dass es sich wohlf\u00fchlt und fest auf seinen Beinen steht.<\/p><\/blockquote>\n<p>Strafen und Belohnungen (als extrinsische Motivation) sieht Juul ebenfalls kritisch. Das Problem mit dem Loben habe ich nicht ganz verstanden; vielleicht meint er damit allgemeines Lob wie &#8222;Du bist ein guter Junge!&#8220;, denn er sagt<\/p>\n<blockquote><p>Was h\u00e4tte ich [statt des Lobes] heute Pers\u00f6nliches sagen k\u00f6nnen?<\/p><\/blockquote>\n<p>Also statt dessen &#8222;Ich fand es toll, wie Du Dich heute \u00fcberwunden hast und auf den hohen Turm gestiegen bist.&#8220;?<\/p>\n<p>Interessant auch die Aussage, dass Erziehung kaum Eindruck auf Kinder mache, sondern Erlebnisse: der Umgang der Eltern miteinander, mit den Kindern und anderen Mitmenschen. Also Vorbild sein. Kinder lernen durchs Nachmachen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Children_playing_outdoors.jpg#\/media\/File:Children_playing_outdoors.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" aligncenter\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/e\/ef\/Children_playing_outdoors.jpg\" alt=\"Children playing outdoors.jpg\" width=\"320\" height=\"480\" \/><\/a>\u201e<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Children_playing_outdoors.jpg#\/media\/File:Children_playing_outdoors.jpg\">Children playing outdoors<\/a>\u201c von U.S. Fish and Wildlife Service &#8211; <a class=\"external free\" href=\"http:\/\/www.public-domain-image.com\/public-domain-images-pictures-free-stock-photos\/people-public-domain-images-pictures\/children-kids-public-domain-images-pictures\/children-playing-outdoors.jpg\" rel=\"nofollow\">Quelle<\/a>. Lizenziert unter Gemeinfrei \u00fcber <a href=\"\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/\">Wikimedia Commons<\/a>.<\/p>\n<p>Und weiter:<\/p>\n<blockquote><p>Sie m\u00fcssen ihre eigenen Erfahrungen machen, und sie brauchen Eltern, die sie f\u00fchren<\/p><\/blockquote>\n<p>Die etwas tun, nicht nur reden. Da f\u00e4llt mir eine Geschichte von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jan-Uwe_Rogge\">Jan-Uwe Rogge<\/a> ein, Autor und Erziehungsexperte. Eine Mutter m\u00f6chte mit ihrem Sohn mal eben zu ihrer Mutter fahren und versucht ihn mit vielen Worten zu \u00fcberzeugen, mitzukommen (er ist schon \u00e4lter). Ihr Sohn sagt danach: &#8222;Sie h\u00e4tte einfach sagen sollen: Ich will, das wir zu Oma fahren!&#8220; Und was h\u00e4tte das gebracht? &#8222;Wir w\u00e4ren 15 Minuten eher bei Oma gewesen!&#8220;<\/p>\n<p>Wenn man Kinder untereinander beobachtet, sieht man sie handeln. Sie reden nicht lange.<\/p>\n<p>Juul findet, dass Kinder oft zu sehr im Zentrum stehen. Und im Zentrum ist es einsam. Er r\u00e4t Eltern, die glauben, Kindern immer zur Verf\u00fcgung stehen zu m\u00fcssen, den Kindern weniger Aufmerksamkeit zu schenken.<\/p>\n<p>Zum Schluss warnt er noch vor Perfektionismus in der Erziehung. \u00c4hnlich wie Rogge, der empfiehlt: am Abend auf jeden &#8222;Erziehungsfehler&#8220; ein Gl\u00e4schen trinken.<\/p>\n<div class=\"syndication-links\"><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eltern, die viel zu h\u00f6flich sind. Kinder, die s\u00fcchtig nach Lob werden. Und Familien, die das Gl\u00fcck erzwingen wollen. Der d\u00e4nische Therapeut Jesper Juul kennt sie alle Quelle (auch aller weiteren Zitate): Familientherapeut Jesper Juul: &#8222;Ich k\u00e4mpfe t\u00e4glich mit deutschen M\u00fcttern&#8220; | ZEIT ONLINE Ein interessantes Interview mit Jesper Juul. 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