Multitalent Nick Cave, am ehesten bekannt als Frontmann von „Nick Cave & the Bad Seeds“, betreibt mit The Red Hand Files eine Seite respektive einen Newsletter, auf der er auf „Publikumsfragen“ antwortet.

Manchmal geht es um seine Arbeit als Künstler (z.B. wie das Beziehungsaus mit PJ Harvey das Album Boatmans Call beinflusst hat und wie der Text zu „Saturn Rings“ spontan entstand), aber oft um alltägliche – und gleichzeitig existentielle – Fragen:

  • How long will I be alone? – woraufhin Cave unterscheidet zwischem freiwilligem Alleinsein (aloneness) und unfreiwilligem Alleinsein (loneliness), wo derjenige/diejenige sich nach Anerkennung sehnt
  • zum Thema Vergebung merkt er an, dass Vergebung kein Geschenk an denjenigen ist, dem vergeben wird, sondern an sich selbst, da man sich damit nicht mehr der (ursächlichen) bösen Tat unterordnet, sich nicht mehr durch diese definiert. Hier denke ich an Victor Frankl: Zwischen Reiz und Reaktion gibt es einen Raum. In diesem Raum haben wir die Freiheit und die Macht, unsere Reaktion zu wählen. In unserer Reaktion liegen unser Wachstum und unsere Freiheit.
  • Betest Du und hoffst, dass Deine innere Stimme erhört wird? Cave betet und meditiert und hat den Eindruck, dass es hilft.
  • Glaubst Du an Zeichen (von geliebten, verstorbenen Personen)? Er schreibt in etwa: wenn es Dich tröstet, wenn es Sinn (meaning) gibt, dann ist das OK, denn Sinn hilft gegen die Verzweiflung.

So empfinde ich viele Ausgaben der Red Hand Files als sehr aufschlussreich und kann den Newsletter nur empfehlen.

PS: Und gerade hat Nick Cave ein neues Album auf den Red Hand Files angekündigt!

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