Mein Uropa Friedrich Hermann Ketter und zwei seiner Brüder sind während des ersten Weltkrieges gestorben. Die Familiengeschichte überliefert, dass sie im Krieg gefallen sind.

Die Brüder

Seine Brüder Karl Albert und Wilhelm Ketter sind in den Verlustlisten des ersten Weltkriegs zu finden. Friedrich Albert ist in der Liste vom 10. November 1917 als vermisst eingetragen. Ein Regiment ist nicht angegeben. Wilhelm Ketter ist in der Liste vom 5. August 1916 als gefallen eingetragen. Demnach gehörte er dem Infanterie-Regiment 26 an, welches sich laut Gefechtschronik in dieser Zeit im Stellungskrieg in Flandern und Artois befand.

Mein Uropa

Im Sterberegister von Halle (Saale) habe ich den Sterbeeintrag meines Großvaters gefunden:

Der Kommandeur der Landsturm-Infanterie-Bataillon IV. 31. hat angezeigt, daß der Armierungssoldat der 4. Kompanie Armierungs-Bataillon 179, Straßenbahnwagenführer Friedrich Hermann Ketter, neunundzwanzig Jahre alt, evangelischer Religion, zuletzt wohnhaft in Halle, Körnerstraße 27, geboren zu Halle, verheiratet gewesen mit Helene Fried Ketter geborene Rosch, wohnhaft in Halle, Sohn des verstorbenen Eisendreiher Christin Wilhelm Carl Ketter, zuletzt wohnhaft in Halle und seiner Ehefrau Johanna Maria Wilhelmine, geborene Haucke, wohnhaft in Halle, zu La Capelle im Kaserne Feldlazarett 18 am 27. Oktober 1918 vormittags um fünf einviertel Uhr verstorben sei.

Er war also Armierungssoldat in einem Armierungsbataillon. Wikipedia hierzu:

Armierungs-Bataillone waren im Ersten Weltkrieg pionierähnliche Truppenteile des deutschen Heeres. Sie dienten in erster Linie zum Bau von Verteidigungsanlagen und Stellungen, aber auch von Straßen und Grenzbefestigungen.

 

Unbekannt, Armierungs-Bataillon, CC BY-SA 3.0

Ob mein Uropa einer Krankheit (z.B. der Ruhr) oder einer Kampfhandlung zum Opfer gefallen ist, kann ich nicht ermitteln.

Durch Zufall habe ich letztens Remarques Im Westen nichts Neues in die Hände bekommen. Nach der Lektüre dieses sehr gut geschriebenen Buches kann ich mir die Schicksale der Ketter-Brüder besser vorstellen.

Also on / Auch auf:

My Heritage, now nine months into their DNA foray, so far has proven to be a disappointment. The problems are twofold. MyHeritage has matching issues, combined with absolutely no tools to be able t…

Quelle: MyHeritage – Broken Promises and Matching Issues

In der Facebook Gruppe „DNA-Genealogie auf Deutsch“ wurde die Qualität der Matches auf MyHeritage bemängelt:

Meine (26) My Hertitage matches (hochgeladen von FTDNA) sind „ungewöhnlich“ hoch (longest cM). Hat jemand Erfahrungen (z.B.Bestätigungen auf gedmatch), dass seine matches stimmen? Vor einigen Monaten hatte ich Kontakt zu einigen Personen aufgenommen, wo sich die matches als total falsch erwiesen haben.
Ich traue deshalb den matches von My Heritage nicht mehr so richtig.

Meine Antwort mit Hinweis auf den oben verlinkten Artikel (englisch):

MyHeritage nutzt sog. „Imputation“, wenn sie DNA vergleicht, die von verschiedenen Test-Chips bestimmt wurden. Die verschiedenen Chips messen nicht 100% an den selben Stellen den genetischen Code. Beispiel: Chip A misst Position 1 bis 100 auf Chromosom 1, Chip B misst Position 40 bis 80 und 120 bis 180. Die fehlenden Stellen werden „geraten“, was eben zu ziemlichen Fehlern führen kann.

Das Problem kann man an obigem Bild schön verdeutlichen: die hellbraunen Bereiche hat sich ein MyHeritage-Algorithmus einfach „ausgedacht“, weil sie nicht in beiden Quell-DNA getestet wurden. Das kann nur zu Ungenauigkeiten führen.

So ist das mit den deutschen Namen! - MyHeritage Blog by James M. BeidlerJames M. Beidler (blog.myheritage.de)
Seitdem es Kirchenbuchaufzeichnungen gibt (in der Regel beginnend in den 1500er Jahren) und bis zum Ende der ersten [Auswanderungs-]Welle, wurden die meisten deutschen Kinder mit zwei Vornamen getauft. Jungs trugen als ersten Namen fast immer den Namen Johann oder Hans, während Mädchen in der Regel Anna oder Maria hießen. Diese gemeinsamen Vornamen wurden oft in den Taufaufzeichnungen aufgefasst und die Person verwendete meistens ihren mittleren Namen – den Rufnamen.

Für das katholischen Böhmen kann ich bestätigen, dass Vornamen so vergeben worden sind: oft hießen die Jungen „Johann X“, die Mädchen „Anna Y“ oder „Maria Z“ und wurden sicherlich mit dem zweiten Namen gerufen.

Die Protestanten in Halle a.d. Saale waren da kreativer, aber auch da war der letzte Name der Rufname (ist sogar bei meiner Mutter so). Highlight für mich sind Vornamen wie „Paul Curt Willi“ oder „Auguste Therese Christiane Hedwig“ aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Die Prostanten in Westpreußen waren da genügsamer und nutzten nur einen oder zwei Vornamen.

Insgesamt ein teilweise interessanter Artikel, der anregt, über die Vergabe von Vornamen bei den eigenen Vorfahren nachzudenken.

Franz Anton Wurdinger war mein direkter Vorfahre (7 Generationen trennen uns). Ich habe seine Kinder in den Kirchenbüchern „verfolgt“.

Anton wohnte in Rauschenbach in Böhmen, heute Sítiny in der Tschechischen Republik. Dies ist ein kleines Dorf bei Einsiedl (tschechisch „Mnichov“).

Rauschenbach (Sítiny) heute
Rauschenbach (Sítiny) heute. © OpenStreetMap-Mitwirkende, Kartografie-Lizenz: „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen“ 2.0 (CC BY-SA) http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Die Taufeinträge von Vater Franz Anton Wurdinger (im Taufeintrag „Wortinger“, geboren am 11. Oktober 1760) und Mutter Anna Katharina Lenz (geboren am 7. Jahnuar 1759) habe ich geprüft. Die Hochzeit der beiden war der 9. Februar 1779 in Rauschenbach 23. Die Mutter Katharina verstarb am 22.4.1820.
Der Familienname wurde in den einzelnen Einträgen leicht unterschiedlich geschrieben: Wortinger, Wurtinger, Wordinger und Wurdinger

Die Lebensdaten folgender Kinder habe ich ermittelt:

Von 11 Kindern überlebten vermutlich 4 das Kindesalter.

Bei den „entzifferten“ Todesarten gab es Krankheiten wie Pocken („Blattern“), Typhus („Schleimfieber“) und Lungenentzündung. Ein Kind wurde „erdrucket“, wahrscheinlich versehentlich nachts im Elternbett. Jemand ist an „Abzehrung“ gestorben.

Zum Vater Franz Anton Wurdinger konnte ich keinen Sterbe-Eintrag finden. Auch das Todesdatum von Johann Wenzl (* 1789) bleibt unbekannt.

Rauschenbach.
Rauschenbach (Wikipedia) By Levap75 (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Am 27. September 1808 heiratete Johann Josef Wurdinger (mein direkter Vorfahre) die Thesia Nadler in Rojau.

Am 13. Februar 1816 heiratete Franziska Wurdinger den Franz Joseph Zitterbart, geb. 19. Dezember 1792.

Am 6. Oktober 1818 heiratete Franziska Wurdinger den Franz Josef Hammer, geb. 6. April 1796.

52 Wochen – 52 Fragen: Es war noch nie einfacher, von seinem Leben zu erzählen by FamilySearchDE (FamilySearch-Blog)
Nur wenige würden anzweifeln, von welchem Wert eine Biografie ist. Es ist sogar eine sehr lobenswerte Idee, seine Lebensgeschichte zu Papier zu bringen, denn Ihre Nachkommen können aus Ihren Erfahrungen die ein oder andere wertvolle Lektion ziehen und lernen Sie besser kennen.

Vor allem für ältere Menschen ein guter Einstieg, um etwas über ihr Leben aufzuschreiben. So was in der Art gibt es übrigens auch als Buch zu kaufen.

Die 3 K's: Organisiere die geerbte Forschung eines Verwandten - MyHeritage.de by Kate Eakman (blog.myheritage.de)
Da eure Familie weiß, dass ihr "Genealogie betreibt", habt ihr die Familienforschung eurer Großmutter, eures Großonkels oder vielleicht eines entfernten Verwandten bekommen - und jetzt fragt ihr euch, was ihr damit machen sollt?

Die drei K’s sind:

  1. Klassifizieren
  2. Kombinieren
  3. Konservieren

für die Details lest selbst…

Porta fontium, das „Bayerisch-tschechisches Netzwerk digitaler Geschichtsquellen“, veröffentlicht nicht nur Matrikel (Kirchenbücher) sondern auch andere Archivalien. Unter anderem auch Chroniken. Für das Dorf Neudorf bei Petschau in Böhmen ist eine Gemeindechronik veröffentlicht, geschrieben zwischen 1884 und 1938.

Für meine Forschung ist besonders die Reihenfolge der Besitzer der einzelnen Höfe und Häuser interessant. Es gibt aber auch allgemeinere Schilderungen einzelner Aspekte des Lebens in einem westböhmischen Dorf.

Hier ein Inhaltsverzeichnis:

  1. Fernere Geschichte der Gemeinde Neudorf vom Jahre 1777 bis zum Jahre 1786
  2. Der Bauernauftstand im Elbogener Kreise im Jahre 1775
  3. Der Process wegen der Erbauung einer geistlichen Wohnung in Neudorf (1786-1808)
  4. 1805: Verkauf der Gemeindemühle
  5. Neudorf gelangt als Bestandteil der Herrschaft Petschau an Herzog Friedrich von Beaufort-Spontin im Jahre 1813
  6. Graf Chotek und der Richter
  7. Neudorfs Unterthänigkeitsverhältnis gegen die Petschauer Obrigkeit vor dem Jahre 1848
  8. Erlösung Neudorfs aus dem Unterthänigkeitsverhältnis gegen die Petschauer Grundherrschaft durch die Constitution des Jahres 1848
  9. Der Männergesang-Verein in Neudorf
  10. Heldenstück eines Neudorfers (aus 1866)
  11. Weihe der Fahne des Feuerwehr-Vereins zu Neudorf am 24. April 1881
  12. Weihe der Fahne des Militär-Veteranen-Vereins zu Neudorf am 25. Mai 1884
  13. Wie die Bruderschaft der allerheiligsten Dreifaltigkeit in Neudorf auf Befehl des Kaisers Josef II im Jahre 1785 aufgehoben ward
  14. 25jähriges Gründungsfest des Männergesangvereins in Neudorf am 17. April 1887
  15. Tabelle mit den 1805 geänderten Hausnummern
  16. Zu Seite 37 (Über die Hausbesitzer aus einem Dokument von 1597 ??)
  17. Gefallene und Gestorbene Krieger aus Neudorf (1. WK)
  18. Die Gründung Neudorfs
  19. Flurenteilung und Kriegsverhältnisse
  20. Robotleistungen
  21. Beschwerden gegen die Obrigkeit
  22. Der Flößgraben
  23. Die Neudorfer Mühle
  24. Baustile
  25. Langjährige Besitzer
  26. Chronologische Reihenfolge der Besitzer (1931)
  27. Viehbestand der Einwohner im Jahr 1792
  28. Justrukzion (sic!) für Hebammen
  29. Vertrag zwischen der Gemeinde und dem Besorger der Ortswasserleitung (1865)
  30. Salzversorgung
  31. Hauwald
  32. Ziegelhütte
  33. Jagd
  34. Sauerbrunn(en)
  35. Heide
  36. Erwerb
  37. Landwirtschaft
  38. Öffentliche Gebäude und Denkmäler
  39. Verkehrswege
  40. Gemeindeschmiede
  41. Stierhaltung
  42. Hopfenhandel
  43. Schule
  44. Gemeindeschmiede
  45. Hausnamen
  46. Verzeichnis der Hausbesitzer 1837
  47. Verzeichnis der Haushaltsvorstände 1937
  48. Kurze Chronik 1914-1938 Vom 1. Weltkrieg, über die „Eingliederung“ in die Tscheslowakei bis zur „Rückgliederung“ des Sudetenlandes ins Deutsche Reich

Die Schrift ist nicht leicht zu entziffern. Ich hoffe jedoch, dass dieses Inhaltverzeichnis dem/der einen oder anderen hilft, die Chronik zu erschließen.