David Allen on the new GTD 2015 edition

There is a great interview with David Allen about his new 2015 edition of the „Getting things done“ book. David says „I rewrote the whole book although the basic methodology did not really change at all but more how it is framed [… plus extra chapters]“.

Here is a kind of a timeline with some notes:

00:00 Intro
02:00 How this methodology came to be & how he decided to write the book?
05:00 Overview of GTD and how it has changed in last 15 years
07:08 The "strategic value of 'clear space'"
08:48 Creativity and limitations
09:38 How has GTD changed in last 15 years with new technology, connectivity etc.
        changed vocabular: 
        collect -> capture, 
        process -> clarify, 
        review  -> reflect, 
        do -> engage; 
        new book is more positioned as "this is a life style, a life long thing"
        not really about "getting things done" but more about 
        "creating your optimal 'being-present state'"
13:25 GTD helps making intentional choice of "what to do"
        "paying attention to what has your attention" - why does this
        have your attention & how to get it of your mind; 
        new chapter about cognitive research that supports GTD
16:17 Is there anything you changed your mind about?
        "No".
18:07 Squeezing more workflow in a day
20:20 why did you move to Amsterdam
        "Amsterdam is the San Fransisco of Europe"
23:20 One piece of advice for people that feel overwhelmed
       "externalize everything out of your head, keep nothing in your head"

I think I will get the new edition and refresh my GTD knowledge.

Books that are mentioned in the interview:

Der Sinn des Lebens in 5 Minuten

Hier mal eine Zusammenfassung auf Deutsch.

Adam Leipzig, US-amerikanischer Film- und Theaterproduzent, hat auf seinem 25-Jahre-Yale-Absolvententreffen beobachtet, dass 80% seiner Ex-Kommolitonen nicht glücklich sind: „I don’t know what my life is all about – ich weiß nicht, welchen Sinn das Leben hat, worum ist es in meinem Leben geht“, sagten sie. Dabei seien es kluge, fähige Leute, die in machtvollen Jobs arbeiten.

Die restlichen, glücklichen Leute auf dem Treffen hatten alle etwas gemeinsam – die Antworten auf folgende Fragen, die Mr. Leipzig dann dem Publik stellt:

  1. Wer bin ich? (einfach: Namen nennen)
  2. Was mache ich am liebsten und kann es auch besonders gut? Das muss ja nicht unbedingt das sein, was ich in meinem Tagesjob mache.
  3. Für wen mache ich das?
  4. Was wollen oder brauchen diese Leute?
  5. Wie verändern sie sich durch mein Tun, was haben sie von meinem Tun?

Warum sind diese Fragen so mächtig? Weil nur die ersten zwei davon mit uns selbst zu tun haben. Die anderen drei Fragen mit anderen Menschen. Wenn wir andere Menschen glücklich machen, dann kümmert sich jemand auch um uns.

Als Beispiel gibt er im Video an „Ich schreibe Kinderbücher, damit sie schöne Träume habe“.

Kommentar

Ein interessanter Talk. Als soziale Wesen macht es uns glücklich, andere Menschen glücklich zu machen. Glück vermehrt sich, wenn man es teilt, heißt es.

Wie nahe muss man diesen Menschen sein, an die man bei Frage drei denkt? Die Ärztin, die Krankenschwester haben direkten Kontakt zu ihrem Patienten; der Kinderbuchautor zu seinen Leser weniger, der Handy-App-Entwickler ebenso wenig.

Klappt „das“ auch für introvertierte Menschen? Was hätte Albert Einstein zu Frage 3 bis 5 gesagt? Was ist mit Sportlern? Für wen gewinnen sie Medaillen? Oder kann das Gewinnen von Medaillen nicht der Sinn des Lebens sein?

Eine „nach innen gerichtete“ Beschäftigung kann sicherlich eine Zeit lang erfüllend sein, aber danach? Ich kann jahrelang seltene Münzen sammeln, aber wenn ich den Prozess oder das Ergebnis mit niemanden teile, welchen Sinn hat es dann?

Vielleicht gibt es auch nicht nur einen „Sinn des Lebens“, sondern mehrere. Vielleicht gibt es auch jeweils einen „Sinn des Lebensabschnittes“.

Scott Adams on Praise

Zitat

„Children are accustomed to a continual stream of criticisms and praise, but adults can go weeks without a compliment while enduring criticism both at work and at home. Adults are starved for a kind word. When you understand the power of honest praise (as opposed to bullshitting, flattery, and sucking up), you realize that withholding it borders on immoral. If you see something that impresses you, a decent respect to humanity insists you voice your praise.“ – Scott Adams

So true.

via „How to Fail at Almost Everything and Still Win Big“ von Shane Parrish

„Reboot tut gut“

„Reboot“, also der Neustart eines Computers, „tut gut“ – diesen Spruch habe ich irgendwann mal aufgeschnappt. Zugrunde liegt die Beobachtung, dass ein sich „seltsam“ verhaltetenes Computersystem sich nach einem Neustart meist wieder „normal“ verhält.

Mit der fortschreitenden Computerisierung hilft dieser Trick auch in anderen Bereichen. Zum Beispiel Automobil: mein Auto gibt beim Start keinen Mucks von sich. Auch nicht beim zweiten und dritten Versuch. Also Zündung aus, Schlüssel raus, wieder rein und schon geht’s wieder. Das Abziehen des Zündschlüssel scheint die Elektronik herunterzufahren. Alternativ kann man auch mal kurz den Minus-Pol der Baterie abklemmen.

Letztens hat ein SAT-Receiver nicht mehr funktioniert. In den Laden gebracht funktionierte er wieder. Der Verkäufer: das Gerät war vom Stromkreis getrennt und funktioniert nun wieder. Aha, also auch hier „Reboot tut gut“.

Daher: bei der Fehlerbehebung auch mal versuchen, das System vom Strom zu trennen. Möglicherweise funktioniert es dann wieder. Denn: „Reboot tut gut“.

Learning how to think (David Foster Wallace)

Zitat

„Learning how to think really means learning how to exercise some control over how and what you think. It means being conscious and aware enough to choose what you pay attention to and to choose how you construct meaning from experience. Because if you cannot exercise this kind of choice in adult life, you will be totally hosed.“

— David Foster Wallace, Autor

Die gesamte Rede, aus der dieses Zitat stammt, ist sehr lesenswert.

Michael Köhlmeier: Kalypso

Der Roman erzählt die Episode aus Homers Odyssee neu, in der Odysseus gegen Ende seiner Irrfahrt bei der Nymphe Kalypso lebt. Odysseus, Held der Griechen im Trojanischen Krieg, wurde als Schiffbrüchiger halb tot, halb lebendig an den Strand von Ogygia gespült. Kalypso, die schönste aller Nymphen, fand ihn, pflegte ihn, liebte ihn. Und die unsterbliche Nymphe kann unsterblich machen, wen sie liebt.

Herbert James Draper: "Calypso's Island", 1897. gemeinfreies Werk

Herbert James Draper: „Calypso’s Island“, 1897. gemeinfreies Werk

Aber will man, als Sterblicher, will man unsterblich werden? Ewig Leben? Unterdessen halten die Götter im Himmel ein Symposium zur Frage der Sterblichkeit ab, denn das ist ein Thema, dass sie, die Unsterblichen, nicht verstehen. Und sie sehen Odysseus als
Studienobjekt an, denn er ist sterblich und kann unsterblich werden, wenn er Kalypsos Angebot annimmt.

Dies ist ein etwas anderer Roman. Köhlmeier übernimmt den antiken Stoff und verpflanzt ihn in unsere Zeit. Wobei das nur die Umgebung, die Kulisse betrifft, denn der Grundkonflikt und die Grundthemen ändern sich nicht. Natürlich schmückt er aus, es ist keine reine Nacherzählung. Und er verweist auf das „Gedicht“, es ist ein Neuerzählung. Obwohl der Roman „Kalypso“ heißt, geht es doch eher um Odysseus. Dem Erzählstil haftet hier und da dieses Antike an, das uns heute fremd vorkommt. Personen werden bei ihrer Einführung – aber gelegentlich auch später – mit Attributen vorgestellt, z.B. (recht wahllos ausgewählt):

Aphrodite, die Liebliche, unter deren Sohlen Anmut und Abenteuer gedeihen, war …

Und diese Wir-Perspektive. Der Autor schreibt als „Wir“, wobei es zumindest den Erzähler meint, z.B.

Zugegeben, wir haben uns nicht an die Reihenfolge der Ereignisse gehalten, wie sie in dem Gedicht festgelegt ist, das uns den überlieferten Stoff in Form brachte.

das hat etwas Lebendiges, wenn der Erzähler über die Erzählung, über die Erzählweise nachdenkt. Wie ja auch die griechischen Sagen überwiegend mündlich, d.h. mit „lebendigem“ Erzähler, weitergegeben wurden.

Wer sich also für griechische Mythologie interessiert oder auch nur für einen etwas „anderen“ Roman, dem sei „Kalypso“ empfohlen.