So ist das mit den deutschen Namen! - MyHeritage Blog by James M. BeidlerJames M. Beidler(blog.myheritage.de)
Seitdem es Kirchenbuchaufzeichnungen gibt (in der Regel beginnend in den 1500er Jahren) und bis zum Ende der ersten [Auswanderungs-]Welle, wurden die meisten deutschen Kinder mit zwei Vornamen getauft. Jungs trugen als ersten Namen fast immer den Namen Johann oder Hans, während Mädchen in der Regel Anna oder Maria hießen. Diese gemeinsamen Vornamen wurden oft in den Taufaufzeichnungen aufgefasst und die Person verwendete meistens ihren mittleren Namen – den Rufnamen.

Für das katholischen Böhmen kann ich bestätigen, dass Vornamen so vergeben worden sind: oft hießen die Jungen „Johann X“, die Mädchen „Anna Y“ oder „Maria Z“ und wurden sicherlich mit dem zweiten Namen gerufen.

Die Protestanten in Halle a.d. Saale waren da kreativer, aber auch da war der letzte Name der Rufname (ist sogar bei meiner Mutter so). Highlight für mich sind Vornamen wie „Paul Curt Willi“ oder „Auguste Therese Christiane Hedwig“ aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Die Prostanten in Westpreußen waren da genügsamer und nutzten nur einen oder zwei Vornamen.

Insgesamt ein teilweise interessanter Artikel, der anregt, über die Vergabe von Vornamen bei den eigenen Vorfahren nachzudenken.

Berliner Flughafen: Flugsicherung könnte BER-Eröffnung bis 2020 verzögern(tagesspiegel.de)
Einem Medienbericht zufolge bräuchten die Luftsicherheitsexperten weit mehr als die bisher veranschlagten 13 Monate, um den neuen Hauptstadtflughafen freizugeben.

Es ist ein Trauerspiel! Jetzt hisst die Deutsche Flugsicherung die weiße Flagge, wenn der BER nicht bis 2018 eröffnet wird. Die sind lt. ihrem Chef seit 2012 in den Startlöchern, alles festzulegen und zu erproben, aber Ende 2018 gehen die entsprechenden Leute in Rente und neue Leute müssen erst ausgebildet werden.

Kann man sich echt nicht mehr ausdenken! Wegen mir müssen sie den BER nicht aufmachen, aber es ist echt schade ums Geld.

„Eine kurze Geschichte von fast allem“ ist ein naturwissenschaftliches Sachbuch von Bill Bryson aus dem Jahr 2003. In ihm legt Bryson den damaligen Wissensstand in Biologie, Geologie, Astronomie und Physik in für Laien verständlicher Form dar. Es geht um die Entstehung des Universums, unseres Sonnensystems, der Erde, des Lebens im Allgemeinen und der Menschen im Besonderen.

Buch-Cover

Dabei berichtet Bryson viel über die Wissenschaftler, die bahnbrechende Entdeckungen gemacht haben. Dies und der humorvolle Schreibstil unterscheiden das Buch von einem Lehrbuch. Es macht das Buch zu etwas Besonderem: neben den eigentlichen Entdeckungen zu erfahren, welche Mühe und oft auch Entbehrungen die Forscher dafür aufgebracht haben.

Das Buch ist inzwischen knapp 15 Jahre alt und ich habe mich beim Lesen immer gefragt, ob der dargestellte Forschungsstand heute schon ein anderer ist.

Eine klare Leseempfehlung.

Service: Wikipedia-Artikel mit mehr Inhaltsangabe. Errata (engl.)

Frank Schätzings Romandebüt Tod und Teufel spielt im Jahr 1260 in Köln. Dieser Krimi ist spannend geschrieben, hat aber einige Schwächen.

Der Roman ist in einen realen historischen Kontext eingebettet: Konrad von Hohenstaden, Erzbischof von Köln, stand in Konflikt mit den Patriziern der Stadt. Der Dombaumeister ist tatsächlich in den Tod gestürzt.

„Tod und Teufel“ von Frank Schaetzing, Goldmann Verlag 1995

Protagonist ist Jacop, ein Bauernsohn, Vagabund und Dieb, der diesen Sturz als Einziger beobachtet, aber auch gesehen hat, dass der Dombaumeister gestoßen wurde. Der Täter (namens Urquart) bemerkt dies und verfolgt ihn, denn der Tod soll wie ein Unfall aussehen und Zeugen für einen Mord sind unerwünscht. Darüber hinaus wird von den Auftraggebern Urquarts erzählt, welche größtenteils Kölner Patrizier sind.

Hilfe findet Jacop bei der Färberstocher Richmodis und ihrem Onkel, dem Geistlichen Jasper von Rodenkirchen – und dieser findet, dass die Wahrheit ans Licht muss. Es handelt sich um eine David-gegen-Goliath Geschichte, denn Urquart ist sehr gefährlich und seine Auftraggeber sehr mächtig. Es ist dann doch etwas unglaubwürdig, dass in einer mittelalterlichen Stadt Leute aus der Handwerkerschicht und ein Geistlicher einem Dieb helfen. Zwischendurch doziert Jaspar über die jüngere Geschichte und die Philosophie des Petrus Abaelardus. Auch hier bezweifle ich, dass ein „echter“ Jacop ohne jede Bildung dies auch nur annähernd verstanden hätte.

Schätzing hat die Geschichte spannend erzählt bis auf einige Längen mit den geschichtlichen und philosophischen Einschüben, was mich persönlich aber nicht so gestört hat, da ich auch gerne mal eine Pause von der Spannung habe.

Ein Motiv im Roman: der Mensch ist selbst für sich verantwortlich. Er / Sie hat die Freiheit, seine Einstellung und (in einem gewissen Rahmen) sein Handeln zu wählen. Hier verweist Schätzung (durch Jaspar) auf Abaelardus (der lt. Wikipedia im 12. Jahrhundert Kant vorweg nahm).

Abaelardus vertrat die Auffassung, dass der Mensch entscheiden kann zwischen Sünde und Nichtsünde. Er hat die Wahl. … Er kann sich zu seinen Handlungen bekennen die Verantwortung dafür übernehmen.

Sowohl Jacop als auch Urquart haben eine traumatische Erfahrung gemacht. Urquart wurde zu einem Auftragskiller und einer gnadenlosen Tötungsmaschine, Jacop ist vor sich selbst davon gelaufen. Aber Jasper macht Jacop klar, dass er sich seiner Vergangenheit stellen und Verantwortung übernehmen kann. Und auch unter den Auftraggebern Urquarts gibt es welche, die über ihre Taten nachdenken und ihre Einstellung ändern.