Im Fediverse bin ich über die #100DaysToOffload Challenge gestolpert: ein Jahr lang 100 Blogposts erstellen. „Schreiben um des Schreibens Willen“ , wie Bloggerin Mel titelt – über ihren Blogpost habe von der Challenge erfahren.

Offload“ heißt erstmal „abladen“, das kling so ein bisschen nach „Braindump“. Es hat aber auch die Bedeutungto make a problem or worry less severe by talking to somebody else„, (neuerdings schaue ich wieder gerne im „Oxford English Learners Dictionary“ nach – wie zu Abi-Zeiten). Die Challenge soll eine „entspannende und kathartische Erfahrung sein“ („cathartic“ = „involving the release of strong feelings as a way of providing relief from anger, mental pain, etc.“ ; der Duden so „die Katharsis betreffend“ – „Katharsis“ = „das Sichbefreien von psychischen Konflikten und inneren Spannungen durch emotionales Abreagieren“).

Ich nehme also Teil und „lade“ hier jetzt öfter etwas „ab“! 😂

Einige Fundstück im Internetz in dieser Woche.

Der KI von Spotify ist dieses kleine, lustige Kunststück gelungen:

Spotify Playlist Ausschnitt
Automatisch erstellte Playlist mit „Waiting for the sun“ (Doors) und gleich danach „Here comes the sun“ (George Harrison)

Artikel

An introduction to bullet journaling and why it’s awesome! – ich bin eher elektronisch unterwegs, versuche es hin und wieder aber auch analog.

„Hört auf Nachrichten zu lesen“ (Buchtipp) – mach ich schon – ich lese nicht mehr so viele Nachrichtenartikel wie früher. Sind meist nicht wirklich relevant. Wichtiges erfährt man auch so.

„8 Non-Programming Books That Will Boost Your Programmer Career“

What Is the Most Valuable Thing You Can Learn in One Hour? – Interessante Themen: Kochen, Erste Hilfe, „Cable Management“…

„A history of end-to-end encryption and the death of PGP“ – Ach PGP, hab ich, aber habe gerade mal einen Kontakt, der das wirklich nutzt. Warum PGP tot ist.

Buch

Hirschhausen, Esch: „Die bessere Hälfte“ – dass die zweite Lebenshälfte für die meisten Menschen toll ist, trotz zunehmender gesundheitlicher Probleme. Die Glückskurve zeigt meist nach oben.

Social Media

A Readings Journal: Let the #BOTIs hit the floor!“ – Über Schwierigkeiten beim Personal Knowledgemanagent und dem endlosen Akkumulieren von Informationen. Diese pro Zeiteinheit eingrenzen (best of week, best of month, best of quarter, best of year etc.)

Video

(Software-Entwicklungsserie) Kleine Videoserie über Eigenschaften von Software-Tests:

 

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https://www.youtube.com/watch?v=5LOdKDqdWYU

Die offizielle Version der CURÆTION-25 Show (The Cure) lag unterm Weihnachtsbaum 🙂

 

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https://www.youtube.com/watch?v=YqP65E-fUlA&

Multitalent Nick Cave, am ehesten bekannt als Frontmann von „Nick Cave & the Bad Seeds“, betreibt mit The Red Hand Files eine Seite respektive einen Newsletter, auf der er auf „Publikumsfragen“ antwortet.

Manchmal geht es um seine Arbeit als Künstler (z.B. wie das Beziehungsaus mit PJ Harvey das Album Boatmans Call beinflusst hat und wie der Text zu „Saturn Rings“ spontan entstand), aber oft um alltägliche – und gleichzeitig existentielle – Fragen:

  • How long will I be alone? – woraufhin Cave unterscheidet zwischem freiwilligem Alleinsein (aloneness) und unfreiwilligem Alleinsein (loneliness), wo derjenige/diejenige sich nach Anerkennung sehnt
  • zum Thema Vergebung merkt er an, dass Vergebung kein Geschenk an denjenigen ist, dem vergeben wird, sondern an sich selbst, da man sich damit nicht mehr der (ursächlichen) bösen Tat unterordnet, sich nicht mehr durch diese definiert. Hier denke ich an Victor Frankl: Zwischen Reiz und Reaktion gibt es einen Raum. In diesem Raum haben wir die Freiheit und die Macht, unsere Reaktion zu wählen. In unserer Reaktion liegen unser Wachstum und unsere Freiheit.
  • Betest Du und hoffst, dass Deine innere Stimme erhört wird? Cave betet und meditiert und hat den Eindruck, dass es hilft.
  • Glaubst Du an Zeichen (von geliebten, verstorbenen Personen)? Er schreibt in etwa: wenn es Dich tröstet, wenn es Sinn (meaning) gibt, dann ist das OK, denn Sinn hilft gegen die Verzweiflung.

So empfinde ich viele Ausgaben der Red Hand Files als sehr aufschlussreich und kann den Newsletter nur empfehlen.

PS: Und gerade hat Nick Cave ein neues Album auf den Red Hand Files angekündigt!

Ich betreibe jetzt einen V-Server (eigentlich als Server für Minecraft für meinen Sohn). Ich habe da mal testweise friendica installiert – das ist recht Hosting-freundlich, weil für den LAMP Stack (Linux, Apache, Mysql, PHP) entwickelt.

Die Installation war relativ einfach. Den LAMP-Stack hatte ich mir gleich mit dem Server bereitstellen lassen. Ich habe den letzten Release-Candidate von github heruntergeladen, ausgepackt und ins Zielverzeichnis kopiert. Kleine Stolperfalle: beim Kopieren wurde die „.htconfig.php“ nicht mit kopiert. Neue Subdomain im Apache konfiguiert (ohne SSL, da testweise) und via myphpadmin einen friendica-User angelegt. Zu guter Letzt noch „util/composer.phar install“ – das ist relativ neu. Nun kann man mit dem webbasierten Installer weitermachen.

Dann richtet frau noch ein cron-job ein, der alle 10 Minuten (oder so) die Neuigkeiten aus dem Netz lädt.

So nach und nach verbindet sich die Friendica-Instanz dann mit anderen Servern des Fediverse, hier die Statistik:

Föderation Statistik meines Friendica-Testservers

Die Mastodon-Instanzen dominieren!

Dabei ging bei mir die Server-Last anfangs ganz schön nach oben (z.B. Load von 7 bei 4 Cores), mysqld war der Auslöser. Entgegen meiner Befürchtung war dies aber kein Dauerzustand.

Auf wired entdeckt Brian Berrett die RSS Feeds als Alternative zu Newsfeeds in Sozialen Netzwerken wieder. Der Vorteil aus Sicht von RSS gegenüber sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook ist die einfache Chronologie, in der die Einträge angezeigt werden. Kein Algorithmus versucht zu erraten, was dem Nutzer wichtig ist und was nicht, alle Einträge werden gezeigt, keine weggelassen.

Außerdem gibt es keine Abblenkung oder Manipulation, die dazu dient, mehr Zeit als nötig auf der Plattform (RSS Reader in diesem Fall) zu verbringen.

Da ich RSS selbst regelmäßig nutze (via TinyTinyRSS), war dies für mich nichts neues. Interessant finde ich den Hinweis auf feedBase. Dort kann man seine RSS-Liste als OPML-Datei hochladen. So entsteht eine Netz von RSS-Feeds und Nutzern mit der Möglichkeit, neue RSS-Feeds zu entdecken.

RSS Icon

Ben Evans beschreibt das „Newsfeed-Problem“ wie folgt:

  1. Jede „social app“ wächst soweit, dass es einen „Newsfeed“
  2. Jeder „newsfeed“ wächst soweit, dass es einen algorithmischen Newsfeed braucht
  3. Jeder algorithmischen Newsfeed wächst soweit, bis man es als User satt hat, wichtige Dinge nicht und dafür unwichtige Dinge doch gesehen zu habe, daher gehst Du zu einer anderen app
  4. gehe zu 1.

Man hat soviele „Twitter-Freunde“ oder „Facebook-Freunde“ und es ist so leicht etwas zu teilen, dass die „Newsfeeds“ so stark wachsen und unübersichtlich werden, dass eine Gewichtung unausweichlich scheint. Was aber unweigerlich dazu führen wird, das etwas für den Nutzer wichtiges vom System als unwichtig betrachtet wird und nicht dargestellt wird.

Ein interessanter Aspekt in Evans Artikel ist das Teilen in eine Chatgruppe, z.B. eine whatsapp-Gruppe. Dies sei privater, erzeuge weniger sozialen Druck (im Sinne von „sich ausschließlich positiv darzustellen“) und mache Spaß. Dies sieht er als Trend an. Auf den Newsfeed in einer Chat-Gruppe hat aber kein Unternehmen Einfluss, niemand kann sich „einkaufen“, die zugrunde liegende Plattform kann ihn nicht manipulieren.

Außerdem findet Evans das Story-Format interessant, wo die Beiträge eines Users zusammengefasst werden. Dadurch müssten weniger Beiträge anzeigt werden, was wiederum Filterung unnötiger mache.

Erfreut habe ich festgestellt, dass ich bei meinem Webhoster nun kostenfreie Let’s Encrypt SSL-Zertifikate auf Knopfdruck installieren kann.

Dialog zum installieren eines Lets Encrypt Zertifikates

Es gab von Anfang an die Möglichkeit, SSL-Zertifikate zu installieren und ich habe schon seit mindestens einem Jahr Let’s Encrypt-Zertifikate genutzt. Allerdings war die Installation recht umständlich. Und LE-Zertifikate müssen alle 90 Tage erneuert werden.

Zum Erlangen der Zertifikate hatte ich den offiziellen Client certbot auf einer Alpine Linux VM (Virtual Box) benutzt, da dies nur ein Shared-Server Angebot ist. Außerdem konnte ich daher nur den manuellen Modus benutzen. Um zu beweisen, dass mir die Domain tatsächlich gehört, musste ich eine Datei mit einem angegeben Namen und angegebenen Inhalt auf meinem Server ablegen (sog. „Challenge“). Da die VM keine Gast-Integration hat, nutzte ich screen und scp, um die Daten vom Bildschirm in eine Datei zu kopieren und diese dann auf den Server zu laden. Das ausgestellte Zertifikat habe ich über den Server auf meinen Rechner übertragen und schließlich in die Admin-Konsole eingestellt.

Dieser ganze Prozess bleibt mir jetzt erfreulicherweise erspart. Danke greatnet! Und dies, nachdem ich gerade in der c’t gelesen hatte, dass in Deutschland let’s encrypt wenig verbreitet ist, weil die Webhoster lieber ihre eigenen Zertifikate verkaufen wollen.

tl;dr

Mein Hoster Greatnet erlaubt nun das Installieren von let’s-encrypt Zertifikaten auf „Knopfdruck“. Damit entfällt bei mir ein aufwändiger Prozess, ein LE-Zertifikat zu installieren.